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Katzenklappe in der Mietwohnung

2 Katzen sitzen vor einer MietwohnungHunde haben Herrchen, Katzen haben Personal – dieser Spruch kommt entweder von einer Katze oder von jemandem, der Katzen sehr gut kennt.

Das „Personal“ ist auch dafür zuständig, dem pelzigen Mitbewohner bei Bedarf die Tür zu öffnen. Als Katze wünscht man sich natürlich den 24h-Service – und da beginnt das Problem:

Das Personal steht nicht immer zur Verfügung. Als willkommene Alternative bietet sich eine Katzenklappe an. Kein Problem im eigenen Haus, doch in einer Mietwohnung sieht das ganz anders aus.

Eine Katzenklappe kann Sachbeschädigung sein

Als Mieter dürfen Sie die Wohnung zwar nach Ihren Vorstellungen nutzen, aber nicht grundlegend verändern oder gar beschädigen.

Und die Katzenklappe braucht ein Loch, in das sie eingepasst werden kann. Egal, ob Sie Ihren pelzigen Freund aus der Wohnungstür ins Treppenhaus lassen wollen oder aus der Balkontür, so dass er sich von dort seinen Weg in die Freiheit suchen kann: Sie beschädigen das Eigentum Ihres Vermieters. Denn so sehen es die Gerichte, die sich schon des Öfteren mit dem Thema „Katzenklappe in der Mietwohnung“ beschäftigen mussten.

Eines muss Mietern, die eine Katzenklappe einbauen, deshalb auf jeden Fall klar sein, egal ob mit oder ohne Genehmigung: Sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit dafür verantwortlich gemacht, den Originalzustand wieder herzustellen, wenn Sie ausziehen. Und das heißt meistens: Eine neue Tür bezahlen.

Schwerwiegende Folgen für Mieter

Vermieter, die vor dem Einbau der Katzenklappe nicht gefragt wurden, können durchaus drastisch reagieren – bis hin zur Kündigung der Wohnung. Inwieweit sie damit durchkommen, hängt natürlich von den einzelnen Gerichten ab.

Aber dass der Einbau zumindest als Sachbeschädigung gesehen wird, für die der Mieter geradestehen muss, zeichnet sich in vielen Urteilen ab.
Das gilt übrigens nicht nur für den Einbau von Klappen, die nach draußen führen. Auch wenn Sie innerhalb Ihrer Wohnung Wege für Ihre Katze mit einer Klappe in der Tür frei machen, beschädigen Sie dafür das Eigentum Ihres Vermieters.

Auch Mitbewohner können Einwände haben

Ärger droht aber auch von anderer Seite: Mitbewohner haben mit einer Klage schon eine Mietminderung beziehungsweise die fristlose Kündigung ihrer Wohnung wegen einer Katzenklappe durchgesetzt. Die Begründungen: die optische Beeinträchtigung durch die Klappe, Angst vor Katzen und Katzenhaarallergie.

Auch wenn Ihr Vermieter ein netter Mensch ist und Ihnen gerne den Wunsch nach der Katzenklappe erfüllen möchte: Er muss die Reaktion seiner anderen Mieter mit einbeziehen.

Risiko Verlust des Versicherungsschutzes

Doch auch Sie sollten Nutzen und Risiko nochmal genau abwägen: Selbst wenn Ihnen der Bewegungsdrang Ihrer Katze am Herzen liegt – eine Katzenklappe in der Mietwohnung kann ein Versicherungsrisiko darstellen.

Denn geschickte Einbrecher können durch die Öffnung eine Möglichkeit finden, in Ihre Wohnung einzubrechen. Gerichte haben in diesem Fall den Einbau einer Katzenklappe schon als grobe Fahrlässigkeit beurteilt.

Guter Rat: absichern und Risiken abwägen

Der Rat an Katzenliebhaber ohne Eigenheim lautet also: Wenn Sie eine Katzenklappe in einer Mietwohnung einbauen wollen, holen Sie sich unbedingt das schriftliche Einverständnis Ihres Vermieters. Legen Sie in der Einverständniserklärung auch fest, inwieweit Sie für die Wiederherstellung des Originalzustandes bei Ihrem Auszug zuständig sind.

Für Ihre eigene SicherheitRisiko Einbruch – sollten Sie aber nochmal grundsätzlich mit Ihrem Haustiger verhandeln, ob er seinen Bewegungsdrang nicht vielleicht doch nur ausleben könnte, wenn Sie zuhause sind und ihm den Weg nach Draußen persönlich frei machen können. Vielleicht lässt er sich mit einem besonders großen Spiel- und Kratzbaum bestechen …


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