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Wegweiser unter der Haut Mikrochips für Katzen

Mikrochip Implantat von einer KatzeDem Ausreißer auf der Spur: Ist die Katze entlaufen und trotz wochenlanger Wartezeiten gibt es keine Lebenszeichen? Nicht immer muss eine furchtbare Tragödie hinter so einem Ereignis stecken.

In unbekanntem Terrain, bei neuen Tieren oder einfach durch einen unglücklichen Zufall finden die flauschigen Vierbeiner nicht mehr den Weg ins traute Heim zurück.

Wird das Haustier nun von jemandem aufgelesen, erlaubt der Mikrochip als eine Art Personalausweis für Katzen, den rechtmäßigen Besitzer schnell zu kontaktieren. Es gibt aktuell drei gängige Methoden, um eine Identifizierung vermisster Tiere zu ermöglichen.

Eine Tätowierung am Ohr oder das klassische Halsband mit Anhänger gehören zu den altbewährten Mitteln. Vergleichsweise neu ist die Verwendung eines kleinen Mikrochips, der unterhalb der Hautoberfläche implantiert wird und alle nötigen Herkunfts– und Besitzerdaten enthält.

Komfort versus Sicherheit

Besonders bei Stubentigern, die im Gegensatz zu herumstreunenden Artgenossen ausgiebigen Freilauf weniger gewohnt sind, besteht eine erhöhte Verlustgefahr, sollten diese einmal ihrem angestammten Heim in einem draufgängerischen Moment entfliehen.

Vermutlich denkt nicht jeder Mensch automatisch an einen eingepflanzten Chip, wenn eine Person eine zugelaufene Katze unter ihre Fittiche nimmt. Ein bloßer Blick genügt leider nicht, um einen Chip zu erkennen. Tätowierungen überbrücken dieses Problem zwar, verblassen allerdings nach einiger Zeit und sind nicht zwangsläufig einzigartig – vor allem im Ausland kann dies schnell zum Problem werden.

Ein Halsband könnte durch wilde Raufereien mit konkurrierenden Straßentigern verloren gehen – auch wenn dies relativ unwahrscheinlich ist. Wer richtig sicher gehen möchte, sollte die Nutzung einer Kombination aus global einzigartiger Chip-ID und klassischer Erkennungsmarke in Betracht ziehen.

Der ID-Code garantiert eine präzise Kennung

Die Operation einer Katze verläuft völlig harmlos und stellt keine großen Anforderungen an Material sowie Zeit. Nicht einmal eine Betäubung ist zwingend erforderlich, sofern das Tier nicht sonderlich nervös auf seinen OP-Termin reagiert.

Durch eine einfache Kanüle gelangt der Chip wenige Zentimeter unterhalb des linken Ohres nahe des Schulterblattes per Spritze unter die Haut. Es bleiben keine Narben oder Wunden zurück und das technische Upgrade bleibt von der Katze an dieser Stelle vollkommen unbemerkt.

Nun können spezielle Scanner die einzigartige Identifikationsnummer des Chips auslesen. Die ersten drei Stellen sind für die Kennung des Herkunftslandes reserviert.

Des Weiteren folgt ein zweistelliger Code für den Hersteller des Chips – der Rest bleibt für die Registrierung des Tieres übrig. Dank dieser einzigartigen Kombination lassen sich selbst im Ausland eindeutige und verlässliche Zuordnungen über die Heimat des Tieres treffen.

Gesetzliche Vorschriften und Kosten

Innerhalb von Deutschland gibt es noch keine einheitliche Pflicht für eine unverwechselbare ID der kleinen Stubentiger. Anders verhält es sich hingegen bei Aufenthalten und Reisen ins Ausland.

Hier sieht der Gesetzgeber seit 2004 den Besitz eines EU-Heimtierausweises und den zugehörigen Impfpass vor. Nur ein Mikrochip ermöglicht hier eine zweifelsfreie Identifikation des Tieres.

Zwar gibt es unterschiedliche Varianten von Mikrochips mit unterschiedlichen Kosten, aber der Preis für das Implantieren wird durch die Gebührenordnung für Tierärzte geregelt (GOT). Ebenso besteht die Möglichkeit, den Chip direkt zu erwerben und dieser muss nicht über den Arzt oder andere Vermittlungsstellen bezogen werden.

Die Registrierung erfolgt dann in der Regel durch den Tierarzt, weitere Kosten bei eingetragenen Vereinen wie TASSO e.V entstehen keine.

Mikrochips als Haustürschlüssel für die Katze

Es gibt noch weitere gewichtige Gründe, die den Griff zum Katzenmikrochip rechtfertigen. Intelligente Katzenklappen lesen die Nummer des RFID-Chips aus und gewähren so den Haustieren gezielt Ein- oder Auslass ins Haus.

Fehlt diese Kennung, blockiert die Katzenklappe und der Durchgang ist versperrt. Dank dieses technischen Kniffs, bleiben unerwünschte Besucher aus den Nachbargärten oder gar wilde, kleine Nagetiere garantiert außen vor.

Einige Produkte unterschieden bis zu 32 unterschiedliche Haustiere, zu denen sich individuelle Regeln einprogrammieren lassen. Kranke Kätzchen müssen in der sicheren Behausung ausharren, während gesunde Tiger sich unter freiem Himmel austoben dürfen.

Nützliche Features wie Zeitschaltuhren berücksichtigen sogar spezielle Wochentage sowie den Tages- und Nachtrhythmus. SureFlap ist ein bekannter Anbieter, der Varianten mit unterschiedlicher Ausstattung anbietet.

Vorteile der Mikrochips für Katzen

Unverwechselbare ID: Missverständnisse aufgrund doppelter Kennung werden weltweit ausgeschlossen. Ein Code mit bis zu 15 Zeichen ist aus diesem Grund einer gewöhnlichen Tätowierung überlegen.

Haltbarkeit: Mikrochips sind auf eine lebenslange Funktion ausgelegt. Tätowierungen verlieren mit der Zeit an Leserlichkeit.

Komfort: Halsbänder können Katzen als störend empfinden und behindern. Ein Mikrochip ist mit ungefähr 12 x 2 mm extrem klein und wird völlig gefahrlos an einer wenig sensiblen Körperstelle eingepflanzt. Außerdem stellen tragbare Accessoires für Tiere oft ein Sicherheitsrisiko dar, das nicht jeder Besitzer seinem Tier zumuten möchte.

Kostenfaktor: Verbindliche Regeln für die Behandlung durch einen Tierarzt halten die Kosten gering und übersichtlich.

Katzenklappe: Einige Haustürklappen für Katzen lesen Chips aus und gewähren individuellen Zugang.

Nachteile

Bekanntheitsgrad: Trotz der Omnipräsenz der digitalen Technik im modernen Alltag sind Mikrochips für Katzen nicht jedem geläufig. Das bloße Auge kann diese nicht erkennen. Ohne dieses Wissen bringen Menschen ihre Fundstücke möglicherweise nicht zum Tierheim oder Tierarzt, um deren Herkunft zu überprüfen.


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